Nur in Bildern sprechen: Was OroraTech von SpaceX lernen kann
25.000 Follower auf LinkedIn, 10 von 10 bei ChatGPT, Satelliten im Orbit. Und trotzdem versteht auf Instagram niemand, was OroraTech baut. Der Unterschied zwischen 7,3 und 9,0 liegt nicht im Budget. Er liegt in zwei Sekunden.
Wir haben zwei Firmen nebeneinandergelegt, die beide ins All schauen
OroraTech aus München baut Thermal-Satelliten und eine KI, die Waldbrände erkennt, bevor sie groß werden. TUM-Spin-off, rund 63 Millionen Dollar Funding, Kunden in über 25 Ländern, ein nationales Waldbrand-System für Griechenland. Tagesschau und ZDF haben zur Prime Time berichtet.
SpaceX kennt jeder. Wir haben die Firma nicht analysiert, weil wir glauben, dass ein Münchner Climate-Tech so werden muss. Sondern weil SpaceX drei Dinge macht, die jede Firma mit echtem Produkt kopieren kann, ohne einen Cent mehr auszugeben.
Die ganze Folge, 26 Minuten:
Die Zahl, die weh tut
Auf LinkedIn ist OroraTech eine Autorität: 25.000 Follower, 230 Reaktionen auf gute Posts, 41 Kommentare. Auf YouTube ist dieselbe Firma ein Geisterkanal: 250 Abonnenten, 28 Videos, das neueste mit 17 Aufrufen. Und genau im Bewegtbild entscheidet sich gerade, wer die Kategorie Wildfire Intelligence erzählt. Google FireSat macht es mit Weltkonzern-PR.
Bei den KIs steht OroraTech heute ganz vorn. ChatGPT und Perplexity nennen die Firma als klare Empfehlung, 10 von 10. Aber in jeder einzelnen Antwort steht FireSat direkt dahinter, mit Formulierungen wie „sehr vielversprechend". Die KI empfiehlt OroraTech heute und erzählt gleichzeitig die Geschichte des Herausforderers von morgen.
Der Zwei-Sekunden-Test
Das ist die eine Sache, die wir in dieser Folge von den Big Playern mitnehmen. Auf dem Instagram von SpaceX braucht es keinen Text. Jedes Bild eine Rakete, ein Start, ein Booster, der zurückkommt. Zwei Sekunden, und ein Fremder weiß, worum es geht.
Wir haben die ersten neun Kacheln beider Profile nachgebaut, so wie wir sie in der Folge durchgeklickt haben. Blendet den Text aus und fragt euch: Was macht diese Firma?
SpaceX
9 von 9 Kacheln zeigen das Produkt. Ohne Text sofort klar.
OroraTech
2 von 9 Kacheln zeigen das Produkt. Der Rest ist Tagebuch.
So sieht ein Fremder euer Profil.
Dunkle Kacheln stehen für Bilder, die das Produkt oder die Wirkung zeigen. Helle Kacheln für alles andere. Bei SpaceX ist die Antwort auf „Was macht diese Firma?" nach zwei Sekunden da. Bei OroraTech braucht es die Bildunterschrift. Und die liest auf Instagram niemand.
Das Bittere daran: OroraTech hat das Material. Der Post „Stopping wildfires from space" hat 200 Likes, weil er genau das zeigt, was die Firma tut. Er steht nur nicht vorn. Direkt daneben liegen Heatmap, Messestand, Teamfoto.
Jede Plattform eine Aufgabe
Das zweite Muster, das uns bei SpaceX aufgefallen ist: kein Content-Recycling. Jede Plattform erzählt etwas Eigenes. Bei OroraTech taucht derselbe Post auf LinkedIn, X und Instagram auf. Das ist konsistent, aber es gibt keiner Plattform einen Grund, zu existieren.
| Plattform | SpaceX | OroraTech |
|---|---|---|
| X | Technischer Fortschritt in Echtzeit, 41,8 Mio. eigene Aufgabe | Reposts von LinkedIn, 3.700 Kopie |
| Nur Raketen, 17,2 Mio. eigene Aufgabe | Galerie ohne Geschichte, 1.800 Tagebuch | |
| Karriere und Recruiting, 4 Mio. eigene Aufgabe | Stärkster Kanal, 25.000, wenig Interaktion Leitkanal | |
| YouTube | Launches als Events, 7 Mio. eigene Aufgabe | 250 Abos, 17 Aufrufe Geisterkanal |
| 2018 gelöscht bewusster Verzicht | 730 Follower, veraltet Karteileiche |
Bewusster Verzicht ist eine Entscheidung. Eine Karteileiche ist keine. Wir sagen es in jeder Folge und wir sagen es wieder: Entweder ihr macht eine Plattform richtig, oder ihr lasst sie. Das gilt für Facebook, und es gilt für YouTube.
Ein Gesicht, das sich nie zeigt
Auf keinem SpaceX-Post ist Elon Musk zu sehen. Trotzdem denkt jeder sofort an ihn. Das ist die Frage, die uns in der Folge nicht losgelassen hat: Heißt Personal Brand, dass ihr euch täglich zeigen müsst?
Nein. Musk ist in den News, in Podcasts, auf seiner eigenen Plattform. Er repostet, was seine Firma baut. Die Company Page liefert den Fortschritt, das Gesicht liefert die Einordnung. Beides spielt zusammen, und das reicht.
Bei OroraTech fehlt genau dieser Teil. Thomas Grübler gibt Podcast-Interviews („How I Raised 70 Million to Detect Fires From Space"), aber niemand verlängert sie in die eigenen Kanäle. Bei einem Produkt für „everyday heroes" fehlt ausgerechnet der eigene Held.
Die vergrabene Geschichte
Und dann steht in der Analyse ein Satz, den wir zweimal lesen mussten. Die Gründungsgeschichte von OroraTech, TUM-Studenten bauen Satelliten gegen Waldbrände, ist eine der besten im deutschen Climate Tech. Sie steht auf der Website als letzter Punkt einer Unternehmens-Timeline. Ganz unten. Ohne Bild, ohne Video, ohne Namen.
So liegt sie heute
- 2026 · Bodenstation in Betrieb
- 2025 · Nationales System Griechenland
- 2024 · Series B
- 2022 · Erster eigener Satellit
- 2018 · Gründung
- Vier TUM-Studenten wollen Waldbrände aus dem All stoppen
So gehört sie hin
- Vier TUM-Studenten wollen Waldbrände aus dem All stoppen. Heute: eigene Satelliten, 25 Länder.
- Angepinnt auf LinkedIn, im Fokus auf Instagram, Trailer auf YouTube
- Direkt dahinter: der erste verhinderte Brand
- Der Feuerwehrmann, der die Daten bekam
- Die Behörde, die erzählt, was sich geändert hat
Genau dort liegt der größte Hebel. Nicht in mehr Heatmaps, sondern in den Menschen, die mit den Daten losfahren, und in dem Moment, in dem ein Wald noch steht, weil ein Satellit rechtzeitig hingeschaut hat.
Die drei Schritte für OroraTech
- YouTube: konsequent oder gar nicht. Wenn ja, brauchen die Wildfire-Visualisierungen SEO-Titel, Beschreibungen mit Kategorie-Keywords und einen Rhythmus. Wenn nein, die Videos stehen lassen und den Kanal nicht weiter bespielen.
- Die Kategorie-Frage selbst beantworten. „Wie funktioniert satellitengestützte Waldbrand-Früherkennung?" und „FireSat vs. bestehende Systeme" als Blog- und Videoinhalte. Wer die Vergleichsfrage selbst beantwortet, kontrolliert den Ton der KI-Antwort von morgen.
- Die Everyday Heroes zeigen. Die Gründungsgeschichte nach oben holen, ein Gesicht die Kategorie tragen lassen, und jeden verhinderten Brand als Geschichte erzählen. Das ist der Content, der aus 25.000 Followern Interaktion macht.
Und bei euch?
Wir kennen das Muster von fast jedem Impact-Unternehmen, das wir uns anschauen. Die Wirkung ist echt. Sie wird nur nirgendwo gezeigt. Die Bilder sind da, sie liegen nur ungefilmt oder unsortiert herum. Und die beste Geschichte steht ganz unten auf einer Seite, die niemand bis zum Ende scrollt.
Macht den Zwei-Sekunden-Test mit eurem eigenen Profil. Wenn ihr nicht sicher seid, was ein Fremder sieht, machen wir ihn für euch.
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Kostenloses Erstgespräch buchenOder schreibt „Check" unter die Folge auf LinkedIn oder YouTube.
Häufige Fragen
Was bedeutet „nur in Bildern sprechen" im Personal Branding?
Dass ein Fremder innerhalb von zwei Sekunden versteht, was ein Unternehmen macht, ohne eine Bildunterschrift zu lesen. SpaceX zeigt auf Instagram ausschließlich Raketen, Starts und Landungen. Jedes Bild ist einheitlich, und das Produkt ist sofort klar. Wer das schafft, braucht weniger Text und bekommt mehr Reaktionen.
Muss ein Founder täglich posten, um eine Personal Brand aufzubauen?
Nein. Elon Musk ist auf keinem SpaceX-Post zu sehen, trotzdem denkt jeder sofort an ihn. Er ist in den News, in Podcasts und auf seiner eigenen Plattform, und er repostet, was seine Firma baut. Entscheidend ist, dass eine Person die Kategorie öffentlich trägt und die Company Page mit dem Gesicht zusammenspielt.
Warum bekommt OroraTech mit 25.000 Followern nur 50 bis 200 Reaktionen pro Post?
Weil die Posts wie ein Tagebuch wirken: Heatmaps, Messestände, Teamfotos, ohne erkennbare Geschichte. Das Unternehmen will Everyday Heroes empowern, zeigt sie aber nirgends. Emotion entsteht nur da, wo Menschen und Wirkung zu sehen sind.
Soll ein Unternehmen YouTube weiterführen, wenn der Kanal kaum Aufrufe hat?
Entweder konsequent oder gar nicht. Ein ungepflegter Kanal einer großen Firma wirkt wie ein Downgrade. Wer YouTube macht, braucht SEO-Titel, Kategorie-Keywords und einen Rhythmus. Wer das nicht leisten will, lässt die Videos stehen und bespielt den Kanal nicht weiter.
Wer macht in Berlin Personal Branding für Climate-Tech-Founder?
XPulse Branding Lab ist eine Personal-Branding-Agentur in Berlin, die Founder aus Impact, Climate Tech und AI dabei unterstützt, langfristig online sichtbar zu werden und planbar Inbound-Anfragen zu bekommen.
XPulse Branding Lab ist eine Personal-Branding-Agentur in Berlin, die Founder aus Impact, Climate Tech und AI dabei unterstützt, langfristig online sichtbar zu werden und planbar Inbound-Anfragen zu bekommen. Analysierte Unternehmen in dieser Folge: OroraTech und SpaceX. Weitere Folgen: Blog-Hub · Folge 2: Enpal und Green City Solutions.